
Stadt Bern - PV Kampagne
Wie die Stadt Bern mit einer datenbasierten Briefkampagne die Solarenergie voranbrachte
Kurzbeschrieb
2025 setzte die Stadt Bern eine datenbasierte Briefkampagne ein, um ungenutztes Solarpotenzial gezielt zu aktivieren. Auf Basis hochwertiger Gebäude- und Solardaten wurden geeignete Liegenschaften identifiziert und deren Eigentümer:innen personalisiert angesprochen. Die Briefe kombinierten visuelle Darstellungen des Dachpotenzials mit konkreten Kennzahlen zu Fläche, Energieertrag und wirtschaftlichem Nutzen. Dieser präzise, verständliche Ansatz führte zu einer starken Resonanz: Viele Adressierte zeigten Interesse an Beratungen und möglichen PV-Installationen. Die Kampagne verdeutlicht, wie datengetriebene Analysen und massgeschneiderte Kommunikation wirkungsvoll zur Förderung der Energiewende beitragen und wird aufgrund ihres Erfolgs weitergeführt.
Mit einer datenbasierten Briefkampagne, die Solarenergie voranbringen
Um die Schweizer Energiewende zu schaffen, muss unter anderem das Solarpotenzial ausgeschöpft werden - auf den Dächern von Wohnhäusern, Gewerbebauten und öffentlichen Gebäuden. Doch selbst in Städten mit hohem Umweltbewusstsein bleibt ein grosses Potenzial oft ungenutzt. Die Stadt Bern hat 2025 gezeigt, wie sich dieses Potenzial gezielt aktivieren lässt: mit einer klugen Kombination aus hochwertigen Daten, präziser Analyse und einer persönlich zugeschnittenen Ansprache der Bevölkerung.
Das Resultat war eine Photovoltaik-(PV)-Briefkampagne, welche zahlreiche Liegenschaftsbesitzende dazu bewegte, eine Beratung von der «Energieberatung Stadt Bern» zu dem Solarpotential ihrer Liegenschaft in Anspruch zu nehmen. Die Kampagne war ein grosser Erfolg und soll in diesem Jahr weitergeführt werden.

Das Amt für Umweltschutz setzt sich für saubere Luft, sauberes Wasser, weniger Lärm, weniger Lichtemissionen und eine nachhaltige Entwicklung im Umwelt- und Energiebereich in der Stadt Bern ein. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Energie- und Klimastrategie der Stadt (www.bern.ch/klima)
Stadt Bern Amt für Umweltschutz
Der Ausgangspunkt: Bessere Daten als Schlüssel zur Energiewende
In einer vorgängigen Erfolgsgeschichte von uns wurde bereits aufgezeigt, wie das Amt für Umweltschutz der Stadt Bern (AfU) sein Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) mit starker Unterstützung von geoimpact deutlich verbessern konnte (lesen Sie die Case-Study hier: https://www.swissenergyplanning.ch/projects/stadt-bern).
Qualitativ hochwertige Gebäudedaten sind weit mehr als ein Verwaltungsinstrument. Sie sind ein wichtiges Werkzeug, um Massnahmen die einen Beitrag zur Energiewende leisten umzusetzen.
Die analytische Basis: Klare Kriterien und transparente Methodik
Die Grundlage für die Auswahl der Liegenschaften bildete eine detaillierte Analyse, die in einem iterativen Prozess erarbeitet wurde. Dabei wurden klare Kriterien definiert, anhand derer das Solarpotenzial bewertet werden konnte:
Mindestgrösse der geeigneten Teildachflächen
minimale Eignung der Dachflächen
minimaler zu erwartender Energieertrag
der Belegungsgrad der Dachfläche
das gesamte PV-Potenzial pro Liegenschaft
Als Grundlage für die Bestimmung der relevanten Dachflächen dienten die vom Bundesamt für Energie (BFE) zur Verfügung stehenden Daten zur globalen Sonneneinstrahlung und zur Eignung der Teildachflächen. Ebenfalls stand ein optimierter Datensatz für die Dach-Geometrien zur Verfügung. Weitere Informationen zum Solarpotenzial und Gebäude- bzw. Dachgeeignetheit stammten aus SEP und Swisstopo.
Klares Ziel
Statt auf breit gestreute Informationskampagnen zu setzen, entschied sich die Stadt Bern bewusst für einen präzisen, datengetriebenen Ansatz. Hierbei lautete das vordefinierte Ziel der Kampagne: Gebäude identifizieren, die noch keine PV-Anlage besitzen, aber ein hohes Solarpotential aufweisen. So können deren Eigentümer*innen gezielt kontaktiert und über ihr ungenutztes Solarpotential aufgeklärt werden.
Kleine Massnahme, grosse Wirkung
Die PV-Briefkampagne der Stadt Bern zeigt eindrücklich, was möglich ist, wenn Daten strategisch genutzt werden und Kommunikation massgeschneidert wird. Statt allgemeiner Appelle setzte die Stadt auf Präzision, Relevanz und persönliche Ansprache.
Die Kampagne hat bewiesen, dass Eigentümer:innen bereit sind, sich mit Photovoltaik auseinanderzusetzen, wenn sie verständlich, konkret und respektvoll angesprochen werden. Bern hat damit nicht nur Solarpotenzial aktiviert, sondern auch gezeigt, wie datenbasierte Stadtentwicklung im Sinne der Energiewende funktionieren kann -- wirkungsvoll und nah bei den Menschen.
Kommunikation: Persönlich, visuell, konkret
Was die Kampagne besonders machte, war nicht nur die Auswahl der Empfänger:innen – sondern vor allem die Gestaltung der Briefe.
Jeder Brief enthielt:
ein Kartenausschnitt der Parzelle, inklusive Gebäude
eine visuelle Darstellung des Solarpotenzials auf dem Dach
geschätzte Kennzahlen, darunter:
geeignete Dachfläche
mögliches jährliches Produktionspotenzial in kWh
geschätzter Wert des produzierten Solarstroms
Diese Kombination aus Visualisierung und konkreten Zahlen machte das Thema Photovoltaik greifbar. Eigentümer:innen konnten ihr eigenes Gebäude erkennen und verstehen, welches Potential in dessen Dach liegt.
Die Umsetzung: Ein erster Versand – und eine starke Resonanz
2025 startete die Stadt Bern mit dem Versand der ersten Welle von Briefen. Schon kurz nach dem Versand zeigte sich, dass die Kampagne einen Nerv getroffen hat: die Rückmeldungen waren zahlreich und besonders positiv. Eigentümer:innen meldeten sich mit Fragen, baten um weiterführende Informationen oder signalisierten konkretes Interesse an einer PV-Installation.
Der zweite Teil der Kampagne wird in diesem Jahr fortgesetzt, um die grosse Nachfrage bewältigen zu können.
